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Burnout                         Prophylaxe

Ein Burnout kommt schleichend


Burnout – diesen Begriff hat heute wohl schon jeder einmal gehört. Doch was ist das eigentlich genau, wie entsteht ein „Burnout“ und – noch viel wichtiger – wie lässt er sich vielleicht verhindern?


Das heute weitläufig bekannte sog. „Burnout-Syndrom“ beschreibt ein psychovegetatives Erschöpfungssyndrom infolge einer chronischen Beanspruchungsreaktion. Das heißt, er ist eine Reaktion auf einen permanenten „negativen“ Stress (sog. „Distress“). Diese dauerhafte Stressbelastung wirkt sich erheblich auf den Körper aus, so u.a. auf die Nebennieren und den Hormonhaushalt. Bei Stress und sympathischer Aktivierung werden Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol erhöht. Dies wirkt sich naturgemäß auf den Puls, Blutdruck, die Atemfrequenz, den Blutzucker, die Temperatur und Muskelspannung aus. Bei langfristigem Stress allerdings führt dies zu einer Schwächung der Nebenniere. Chronische Erschöpfung und Schwächung des Immunsystems sind nur zwei der vielfältigen Folgen. Bei einem Burn-Out können wir unsere Energiespeicher nicht mehr auftanken.



Die Entwicklung zu einem Burnout verläuft in 12 Phasen.


Diese Phasen können zunehmend für den Betroffenen lebensbedrohlich werden.


Er beginnt zumeist recht harmlos mit einem Zwang, sich zu beweisen. Der Betroffene erledigt seine Arbeit zunächst mit großer Begeisterung und empfindet den erlebten Stress eher als „positiv“. Er zeigt verstärkten Einsatz, was allerdings auch oft mit der Vernachlässigung eigener Bedürfnisse – vor allem der nach Erholung – verbunden ist. Es wächst das Gefühl, unentbehrlich zu sein und Aufgaben werden nur selten an andere delegiert.



Ab Stufe 4 blendet der Betroffene die Ansprüche seines Körpers aus, um arbeitsfähig zu bleiben. Es kann sein, dass in dieser Phase gehäuft Vergesslichkeiten auftreten und mehr Fehler passieren. Es gibt immer mehr Konflikte in der Partnerschaft, in Freundschaften oder beruflichen Beziehungen. Diese Beziehungen werden nun eher als Belastung empfunden. Die Schwierigkeiten werden aber verdrängt. Der Betroffene fühlt sich nicht anerkannt und geht nur noch ungern zur Arbeit. Die Leistungsfähigkeit nimmt deutlich ab und es treten körperliche Beschwerden auf.



Schließlich macht sich ein Gefühl der Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit breit. Häufig konsumieren die Betroffenen mehr Alkohol und/oder Medikamente. Auch Essen und Sex dienen als Ersatzbefriedigung. Das soziale Umfeld erscheint bedrohlich und überfordernd. Gutgemeinte Ratschläge werden als Angriff gewertet. Der Betroffene zieht sich immer mehr zurück.



Sehr ernst wird es ab Stufe 9, denn in dieser Phase fühlt sich der Betroffene wie abgestorben und von seinem Wesen entfremdet. Es kommt ihm vor, als würde er nur noch wie eine Maschine funktionieren. Es folgt eine innere Leere, vielleicht treten auch Angst- und Panikattacken auf. Eine dauerhafte Verzweiflung und Niedergeschlagenheit stellen sich ein. Spätestens jetzt kommen Suizidgedanken auf.



Schließlich ist er da, der Burnout. Die geistige, körperliche und emotionale Erschöpfung lähmt und gefährdet das eigene Leben völlig. Nichts geht mehr. Es treten nicht mehr zu leugnende körperliche Beschwerden und Erkrankungen auf (Herz-Kreislauf, Magen-Darm, geschwächte Immunabwehr, hohes Suizidrisiko).


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Die Symptome, die beim Burnout im Vordergrund stehen, sind Erschöpfungszustände, Lustlosigkeit, geistige Lethargie, Schlafstörungen, Überforderung bei kleinsten „Störungen“, Versagensängste, keine Distanzierungsfähigkeit von der Arbeit, psychische Fehlleistungen, Verlassenheitsgefühle, Niedergeschlagenheit, Unruhe, Angst und Panik, Antriebsarmut, Traurigkeit, Lustlosigkeit, Wut, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Zerstreutheit, Denkblockaden, vegetative Symptome wie Schwindel, Herzrasen, Schwitzen, extrem verminderte bis gar keine Widerstandsfähigkeit.


Bei der Entstehung eines Burnouts spielen auf psychischer Ebene vor allem alte Glaubenssätze und Muster eine wesentliche Rolle. Glaubenssätze sind Annahmen über uns selbst, die bestimmen, wie wir mit bestimmten Situationen, Menschen und Bedingungen umgehen und wie wir uns dann verhalten. Sie enthalten immer etwas Absolutes („immer“ oder „nie“) und entstehen aus Sätzen, die uns in der Erziehung mitgegeben wurden („Stell dich nicht so an!“, „Das gehört sich nicht!“, „“Reiß dich zusammen!“, „Was soll bloß aus dir werden“, „Red‘ nicht so einen Stuss“, „Was sollen bloß die anderen denken“ sind nur eine winzige Auswahl des elterlichen Repertoires, die in uns ein Bild über uns selbst entstehen lassen). Glaubenssätze und Denkmuster, die zu Burnout führen können, sind solche, bei denen Menschen vor allem im Berufsleben immer wieder über ihre eigenen Grenzen hinausgehen, wie z.B. „Niemand mag mich.“, „Ich kann nichts richtig machen.“, „Ich bin falsch, so wie ich bin.“ etc. „Ich bin sowieso zu dumm für alles.“ „Ich bin immer schuld.“

Viele Menschen suchen bedauerlicherweise erst in der „Rien-ne-va-plus“- der „Nichts-geht-mehr-Phase“ Hilfe. Wenn diese Stufe der Belastung allerdings schon erreicht ist, dann ist eine fundierte medizinische Behandlung der körperlichen Folgen und eine psychotherapeutische Behandlung unerlässlich. Wenn wir wissen, was die schleichenden Schritte auf dem Weg zum Burnout sind, sind wir aber vielleicht ein wenig sensibilisiert und suchen uns rechtzeitig Unterstützung dabei, unsere negativen Glaubenssätze aufzulösen und unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken.


Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen das bekannt vorkommt und Sie sich auf dem Weg zur Erschöpfung zu befinden, dann ziehen Sie rechtzeitig die Reißleine und lassen Sie uns daran arbeiten, Ihre Stärken und persönlichen Ressourcen wieder zu aktivieren,  alte Glaubenssätze zu hinterfragen und aufzulösen.

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